Mittwoch, 04. Januar 12 um 12:10 Alter: 49 Tag(e)

Arcanum baut Pool-Modell weiter aus


Biogas-Spezialist blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

Unna. Arcanum Energy (Unna) baut zusammen mit den beteiligten Stadtwerken die in diesem Jahr gegründeten Biogas-Pools weiter aus. Außerdem wird ein dritter Pool 2012 ans Netz gehen. Damit blickt der Biogas-Dienstleister nach einem erfolgreichen Jahr optimistisch in die Zukunft.

Biogas-Pools, für die sich mehrere Stadtwerke zusammenschließen, um gemeinsam Rohbiogas zu Bioerdgas zu veredeln und ins Erdgasnetz einzuspeisen, sind zu einem Erfolgsmodell geworden. Davon ist Dr. Helmut Kern, Geschäftsführender Gesellschafter von Arcanum Energy, überzeugt. Der erste Pool mit fünf Stadtwerken ist im Mai 2011 ans Netz gegangen und wird noch im Januar um einen dritten Standort in Jürgenshagen (Landkreis Rostock) erweitert. Dort sollen 30 GWh Biogas produziert werden, sodass das Gesamtvolumen des Pools auf über 90 GWh wächst.

Der zweite Pool mit neun Stadtwerken entwickelt sich ähnlich und nimmt den dritten Standort in Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel) voraussichtlich im Spätsommer 2012 in Betrieb. Der Biogas-Pool 3 befindet sich im Aufbau und soll an mindestens zwei Standorten rund 120 GWh Bioerdgas produzieren. Im neuen Jahr werden die Pools zusammen mit den Landwirten, die das Rohbiogas erzeugen, rund 40 Millionen Euro in neue Anlagen investieren. Seinen „Ritterschlag“ erhielt das Pool-Modell von Arcanum Energy erst vor wenigen Wochen, als die Deutsche Energie-Agentur (dena) den Pool 1 mit dem Preis „Biogaspartnerschaft des Jahres“ auszeichnete.

Auch seine Bioerdgas-Zentrale will Arcanum Energy weiter entwickeln. Sie ist seit Februar 2011am Markt und dient dem Handel und der Bilanzierung von Bioerdgas. Vera Schürmann, ebenfalls Geschäftsführende Gesellschafterin bei Arcanum, will diesen Unternehmenszweig 2012 für den Spotmarkt öffnen, um Nachfrage und Angebot auch kurzfristig zusammenzuführen. „Wir wollen im Jahresverlauf rund 500 GWh Bioerdgas handeln und etwa 700 GWh bilanzieren. Das entspräche Steigerungsraten von mehr als 30 Prozent.“

Das 15-köpfige Arcanum-Team um Kern und Schürmann verfolgt zwei weitere Ziele. Einerseits will es das Unternehmensportfolio im Bereich der Erneuerbaren Energien – also über Biogas hinaus – ausbauen. Mit der Grünstrom-Zentrale ist dafür im November ein erster Aufschlag gemacht worden. Zum anderen soll der Kontakt zu den Partnern bei Stadtwerken, Energieversorgern und Landwirten intensiviert werden. Messepräsenz – unter anderem bei der E-World und der Bioenergy Decentral – gehört ebenso dazu wie die Entwicklung neuer Investorenmodelle.


 
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